DGUV V3 für Kirchen

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Hinweis: Nachfolgende Zusammenfassung ist nicht juristisch überprüft. Es dient als Hilfestellung
um die Thematik greifbarer zu bekommen. Zudem befinden sich nachfolgend nur Ausschnitte aus
den geltenden Werken. Als Quelle wurden DGUV V3, BetrSichV, TRBS 1203 herangezogen.

Was ist die DGUV V3 (e-Check) Prüfung?

Der Umgangssprachliche „e-Check“ ist eine Prüfung von elektrischen Betriebsmitteln. Hierunter
fallen ortsveränderliche Betriebsmittel, wie z.B. Staubsauger o.ä., sowie Ortsfeste Geräte wie z.B.
Waschmaschinen als auch elektrische Anlagen (wie z.B. Sicherungskästen und
Gebäudesteckdosen)
Mit dem „e-Check“ wird in regelmäßigen Abständen die elektrische Sicherheit der Geräte
überprüft um Fehler vorzubeugen und damit sowohl Sach- und Personenschäden bestmöglich zu
vermeiden.

Muss meine Kirche die DGUV V3 Prüfung durchführen?

Kurz – Ja, es gibt nur ganz wenige Ausnahmen. Ganz einfach ist die Frage bei Kirchen, die als
Unternehmen auftreten. Da Sie angestellt haben, müssen Sie für entsprechende Sicherheit
sorgen. Da Kirchen im Regelfall öffentliche Gebäude sind bzw. öffentliche Veranstaltungen haben,
ist ebenfalls auf den einwandfreien Betrieb von elektrischen Betriebsmitteln und Anlagen zu
achten. Auch schreiben einige Versicherungen (Gebäude usw.) entsprechende Prüfungen vor bzw.
zahlen nicht, wenn entsprechende Nachweise fehlen.
Eine Mögliche Ausnahme ist eine kleine „Hauskirche“ die in kleinstem Rahmen im privaten Raum
stattfindet und alle Aktivitäten nur in privaten Räumlichkeiten stattfinden.

Wer darf nach DGUV V3 prüfen?

Grundlage der Prüfung ortsfester und ortsveränderlicher Betriebsmittel (VDE 0701 und 0702) ist
die DGUV V3. Dort taucht im Kontext der Durchführung die „Elektrofachkraft“ auf.

Elektrofachkraft und die DGUV V3
Als Elektrofachkraft im Sinne dieser Unfallverhütungsvorschrift gilt, wer auf Grund seiner
fachlichen Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnis der einschlägigen
Bestimmungen die ihm übertragenen Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen
kann.
“ (Quelle DGUV V3, § 2 Abs. 3)

In der Durchführungsanweisung dazu steht folgendes:
Die fachliche Qualifikation als Elektrofachkraft wird im Regelfall durch den erfolgreichen
Abschluss einer Ausbildung, z. B. als Elektroingenieur, Elektrotechnikerin, Elektromeister,
Elektrogesellin, nachgewiesen.

Sollte die Kirche keine angestellten Personen haben und nicht gewerblich aktiv sein, kann
nachfolgendes übersprungen werden. Empfehlung des Autors ist es dennoch nach
nachfolgenden Konkretisierungen zu handeln, da es hier um die Sicherheit aller Ehrenamtlichen
Mitarbeiter sowie Besucher geht.

Konkretisierung der DGUV V3 in der BetrSichV und TRBS 1203
Vereinfacht gilt die BetrSichV (Betriebssicherheitsverordnung) für alle Unternehmungen, die min.
eine angestellt Person haben (z.B. Pastor). Kirchen oder Vereine die keine Angestellten haben und
vollständig über Ehrenamt arbeiten fallen nicht unter die BetrSichV.

§2 Absatz 6 der BetrSichV konkretisiert:
Zur Prüfung befähigte Person ist eine Person, die durch ihre Berufsausbildung, ihre
Berufserfahrung und ihre zeitnahe berufliche Tätigkeit über die erforderlichen Kenntnisse zur
Prüfung von Arbeitsmitteln verfügt.
“ (Quelle §2 Absatz 6 BetrSichV)

Weitere Konkretisierungen finden sich in der TRBS 1203 (Technischen Regeln für
Betriebssicherheit). Ziel der TRBS ist folgendes
Diese TRBS 1203 konkretisiert im Rahmen ihres Anwendungsbereichs die Anforderungen der
Betriebssicherheitsverordnung. Bei Einhaltung dieser Technischen Regel kann der Arbeitgeber
davon ausgehen, dass die entsprechenden Anforderungen der Verordnung erfüllt sind.
“ (Quelle
TRBS Einleitung Absatz 3)

Unter 2.1 Abschnitt 5 befindet sich die Konkretisierung der „befähigten Person“
Gemäß § 2 Absatz 6 BetrSichV muss eine zur Prüfung befähigte Person über die erforderlichen
Kenntnisse zur Prüfung von Arbeitsmitteln verfügen. Diese werden erworben durch ihre

  1. Berufsausbildung,
  2. Berufserfahrung und
  3. zeitnahe berufliche Tätigkeit.

Im Kontext der Berufserfahrung wird im Rahmen der TRBS von einem „angemessenen Zeitraum
gesprochen, sodass die übertragenen Prüfaufgaben zuverlässig wahrgenommen werden können
(vergleiche TRBS 1203 2.3 (1)).

„Zur zeitnahen beruflichen Tätigkeit zum Erhalt der Prüfpraxis gehört die Durchführung von oder
Beteiligung an mehreren Prüfungen pro Jahr. Dabei muss die zur Prüfung befähigte Person
Erfahrung mit der Durchführung vergleichbarer Prüfungen gesammelt sowie die erforderlichen
Kenntnisse im Umgang mit Prüfmitteln und der Bewertung von Prüfergebnissen erworben haben.
Bei längerer Unterbrechung der Prüftätigkeit müssen ggf. erneut Erfahrungen mit Prüfungen
gesammelt und die erforderlichen Kenntnisse aktualisiert werden.“
(TRBS 1203 2.4 (1))

Fazit – Wer darf prüfen?
Personen die eine elektrotechnische Ausbildung abgeschlossen, sowie relevante Berufserfahrung
gesammelt und regelmäßig (mehrere pro Jahr) Prüfungen durchführen. Alle anderen Personen
können mit entsprechenden Geräten und Einweisungen als „elektrisch unterwiesene Person“
mitwirken, sind formal aber nicht Prüfungsberechtigt.


Stand: 05.10.2023

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