Kompressoren auf Main und Sub Matrizen

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  • Kompressoren auf Main und Sub Matrizen

    Veröffentlicht von JonathanR auf 16. August 2024 um 11:42

    Ich programmiere grade einen alten DSP, den wir wieder in Betrieb nehmen müssen. Momentan steuern wir noch die Main PA, Subs, Empore etc. über Matrizen am Mischpult direkt an. Diese haben aktuell noch einen Kompressor drauf, den uns ein erfahrener Tontechniker bei einer Schulung eingestellt hatte. Folgende Settings sind eingestellt:

    Kompressor-Typ: Manual RMS

    MainLR: Ratio 2:1, Threshold ~-10 dB, Gain 0 dB Attack 4.6 ms, Release 500 ms, Parallelkompression mit -14.5 dB Dry dazu

    Subs: Ratio 3.5:1, Threshold -12.7 dB, Gain 6.7 dB, Attack 25.3 ms, Release 500 ms, Parallelkompression mit -18.3 dB Dry dazu

    Ist es sinnvoll, auf die Matrizen im Pult bzw. die Kanäle im DSP einen Kompressor zu legen und wenn ja, welche Settings sind zu empfehlen?

    Richard beantwortet vor 2 Jahre 6 Mitglieder · 9 Antworten
  • 9 Antworten
  • mr-t

    Mitglied
    16. August 2024 um 12:02

    Moin – die Frage ist immer was du möchtest.

    ich komprimier z.B Gruppen für Drums, Instrumente, Vocals usw.

    Im englischen Spricht man tlw auch von „Glue“ Compression. Ich komprimiere aber nicht automatisch jede Sub, Matrix o.ä

    Mit leichter Kompression klebst du die einzelnen „Elemente“ immer etwas zusammen.

    die Ratios sehen grundsätzlich gut aus. Threshold und Gain kommen auf die Eingangspegel an und ob du das was reduziert wirst wieder anheben willst. Wenn du Zeit hast würde ich immer empfehlen mit dem Gain deine Effekte wieder zu normalisieren.

    • mr-t

      Mitglied
      16. August 2024 um 12:04

      Achso und die Parallelkompession auf dem Main überrascht mich etwas. Praktiziere ich normal nicht bzw. meist nur bei den Drums. Aber das ist denke Geschmack und hier gibts auch deutlich besser Experten. Wäre ggf. auch mal nen Test bei uns wert.

      Mit einer parallelen bewussten überkommpression machst du den Mic meist „fetter“ bzw. er drückt unten rum mehr.

    • JonathanR

      Mitglied
      16. August 2024 um 16:43

      Danke für deinen Input. Mit dem neuen Pult, was wir bald haben werden, können wir dann auch endlich Gruppen vernünftig nutzen und da schön durchkomprimieren. Dann lasse ich von großen Komprimierungen auf den Matrizen erst mal die Finger.

  • martin.gloede

    Mitglied
    16. August 2024 um 12:26

    Moin, ich setze meistens einen Kompressor auf mein MainL/R, welches ich dann weiter an meine Matrixen sende, wo ich aber keine zusätzlichen Kompressoren drauf habe.

    So habe ich mein Gesamtsignal unter Kontrolle und kann nie übermäßig laut werden.

    Bei vielen VAs nehme ich zusätzlich zu meinem Kompressor, der die Gesamtlautstärke im Auge behält noch einen Multibandkompressor, der sich entweder um spitze Frequenzen im oberen Frequenzspektrum kümmert oder um den Sub-Bereich. Dies ist dann in der Regel per Insert auch im Main L/R enthalten.

    Besten Gruß

    • JonathanR

      Mitglied
      16. August 2024 um 16:51

      Hi Martin, danke für deine Tipps. Auf den Main werde ich auf jeden Fall einen Kompressor draufpacken. Da einen Multibandkompressor nochmal draufzuhauen finde ich auch gut.

  • Stefan

    Mitglied
    17. August 2024 um 14:38

    Moin Jonathan,

    Ich halte es für einen merkwürdigen Ansatz die Matrizen zu komprimieren. (Das heißt nicht das es nicht gut klingen kann)

    Ein eingemessenes System ist in sich stimmig und arbeitet wie es gewollt ist indem das gleiche Signal überall ankommt. Die Aufteilung in Main/Sub halte ich schon für wenig sinnvoll (Crossover-Verschiebung etc.)

    Ich würde viel eher das Processing in den Input-Kanälen/Gruppen machen. Dann sind die Ergebnisse auch nachvollziehbar.

    Aussagen über spezifische Parameter übers Internet wären komplett geraten und helfen nicht weiter. Zumal der Kompressor im Pult mit Sicherheit anders reagiert als der in der DSP.

    Zusammengefasst würde ich folgendes tun:

    1. PA ordentlich einmessen oder einmessen lassen

    2. L+R Signal auf die PA

    3. Processing auf den Inputs/Gruppen/Main Bus

    LG

    • Martin

      Administrator
      17. August 2024 um 23:21

      Bin voll und ganz bei Stefan. Auch wenn sich die Geister darüber streiten, halte ich für eine Auftrennung von sub und Main oder auch per Bus geschickt für nicht wirklich sinnvoll im Gemeinde Kontext, da es nur unnötig kompliziert macht. Den Ansatz Matrizen einzeln komprimieren verstehe ich auch irgendwie nicht. Meiner Meinung nach sollte Kompression in den channels auf Gruppen und auf dem Main stattfinden.

  • Richard

    Administrator
    18. August 2024 um 17:50

    Hey,

    dein DSP für die PA sollte nur einen EQ zum Ausgleichen des Raumklangs, sowie einen Limiter haben, um deine Lautsprecher zu schützen, aber ansonsten keine Dynamik-Veränderungen des Signals vornehmen. Das ist Aufgabe des FOH-Technikers und nicht des Systemtechnikers. Das bist in diesem Fall du, der die DSP programmiert.

    Es ist eine valide Technik, den MAIN-LR zu komprimieren, sofern man das klanglich möchte. Wie immer ist das Geschmackssache, aber wenn man sich nicht sicher ist was man da genau tut, würde ich es lieber lassen. Sonst schaut man an einem Abend ein Film und wundert sich warum der komisch klingt.

    LG

    • Richard

      Administrator
      18. August 2024 um 17:54

      Eine kleine Ergänzung dazu: Wenn du z.B. den Stream auch vom FOH bespielst, oder eine Aufnahme machen möchtest, dann kann es sehr wohl nützlich sein seine Recording-Matrix zu komprimieren. Live hast du mit deiner PA einen viel höheren Dynamikumfang als zu Hause am PC. Deshalb haben wir auf der Recording Matrix immer einen trägen Bus-Kompressor um den Mix auf Lautsprecher mit weniger Dynamikumfang mit wenig Aufwand besser klingen zu lassen.

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