Beamer empfehlung

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  • Beamer empfehlung

    Veröffentlicht von nils auf 9. Juli 2024 um 20:25

    Hallo zusammen,

    wir sind auf der Suche nach einem Beamer für unseren neuen Gottesdienstsaal. Screens kommen aufgrund des Layouts leider nicht in frage.

    Der Raum misst 160m2 und ist eher quadratisch.

    Der Beamer sollte hell genug sein um auch bei Tageslicht ein gut erkennbares Licht zu erzeugen.

    Distanz zur Leinwand kann ich leider auch nichts zu sagen, gibt aber theoretisch keine Limits. Der Raum ist durch eine abgehängte Decke auch nicht besonders hoch. 3m in etwa.

    Was könnt ihr aus Erfahrung an minimaler Helligkeit empfehlen?

    Lohnt sich ein Kurzdistanz Beamer?

    Was sind eure Erfahrungen mit einem Doppel Beamer Setup?

    Vielen Dank schonmal für alle antworten 🤗

    medientechniker beantwortet vor 1 Jahr, 11 Monate 4 Mitglieder · 6 Antworten
  • 6 Antworten
  • robsen

    Mitglied
    9. Juli 2024 um 23:10

    Bin zum mitlesen hier. Mich würde das Topic auch interessieren.

    • Martin

      Administrator
      5. September 2024 um 22:38

      Du kannst ein Thema auch einfach abonieren, dann bekommst du alles mit ohne schreiben zu müssen 😊

  • medientechniker

    Mitglied
    5. September 2024 um 19:40

    Hi Nils,

    ich bin neu bei liVexo, daher sehe ich Deine Frage erst jetzt. Wir haben im Gemeindehaus 4 Beamer (im GoDi-Saal aber nur einer) und zuhause hängt noch einer, bin also durchaus Beamerfan 😉

    Unser Saal ist ähnlich groß, und ist sehr hell (viel weiß, große Fenster: https://hannover.feg.de/). Wir werfen ein nicht allzu großes Bild (ca 4 bis 5m breit) auf die weiße Wand, und zwar Bildmitte ungefähr in 4,5m Höhe, damit alle gute Sicht haben, die Decke ist bei 6m. Für Liedtexte (weiß auf schwarz) ist das ganz schön, denn das Schwarz-Restlicht des Beamers ist bei Tageslicht völlig unsichtbar, und die Schrift erscheint dann ohne Bildrand “schwebend” auf der Wand. Für Predigtfolien müssen Schrift und Abbildungen ausreichend groß und kontrastreich sein.

    Bei Eurer 3m-Decke wird das schwieriger. Spätestens wenn z.B. bei Liedern alle stehen, werden die hinteren Reihen evtl. das Bild nur noch teilweise sehen können. Vielleicht kommen dann doch ein paar, auf halber Länge seitlich oder mittig montierte Zusatz-Bildschirme in Frage. Zudem müssen bei relativ niedrigem Projektionsbild Musiker, Prediger usw. neben dem Bild bleiben, um es nicht zu verdecken. Auch dieser Faktor kann für kleinere, verteilte Bildschirme oder Projektionsflächen sprechen.

    Unser Beamer hat 5500 Ansi-Lumen, also ein recht normaler Tageslicht-/Präsentations-Beamer. In unserem Setting ist das aber bei sonnigem Wetter schon an der Untergrenze, auch die Saalbeleuchtung und Scheinwerfer (die sowieso nicht auf die Bildfläche scheinen dürfen!) müssen wir gelegentlich dimmen, damit z.B. ein Foto oder Video einigermaßen erkennbar ist. Für Filmvorführungen oder eine ProChrist- oder EM/WM-Übertragung ist das Bild eher zu klein, aber die Leuchtstärke würde definitiv nicht mehr ausreichen, wenn sie sich auf eine größere Fläche verteilen würde. Aus diesen Gründen würden wir gern irgendwann ein Gerät mit z.B. 10.000 Ansi-Lumen anschaffen, das sollte die obigen Situationen besser abdecken, und an Tagen/Zeiten mit weniger Umgebungslicht kann man in den Eco-Modus gehen. Allerdings fangen bei solchen Geräten die Preise bei 10.000€ erst an. Auch sind sie tendenziell größer und schwerer, was bei der Installation eine Rolle spielen kann.

    Die optischen Berechnungen sind eine gewisse Fleißaufgabe, insbesondere, wenn man nicht viel Flexibilität bei der Positionierung des Beamers hat. Dann muss man die Abstände und die gewünschte Bildgröße kennen, und sich mit den Projektionsfaktoren usw. (stehen in jedem Datenblatt bzw. Anleitung) beschäftigen, um zu sehen, welches Gerät bzw. welches Objektiv in der Situation passt. Elektrischer Zoom und Fokus sind wichtig, wenn das Gerät schlecht zugänglich ist. Lens Shift braucht man, wenn das Gerät nicht mittig vor der Projektionsfläche installiert werden kann. Viele Präsentationsbeamer sind von Haus aus für den Tisch- und Deckeneinsatz ausgelegt, sie befinden sich also ungefähr an der Unter/Oberkante des Bildes, und wenn das so passt (bei der Beamerhalterung kann man ja den Deckenabstand noch variieren), dann braucht man Lens Shift nicht zwingend, aber praktisch und flexibel ist es schon, insb. wenn motorisiert. Bei Euch dürfte ein in dieser Hinsicht einfacherer Beamer ausreichen (Deckenmontage, gute Erreichbarkeit).

    Zur Optik gehört auch die Frage bzgl. Kurzdistanz-Beamern. Da gibt es inzwischen ganz gute Geräte, aber ob sie besser sind als normale Beamer, hängt ausschließlich von Eurer räumlichen Situation ab. Bei Eurer niedrigen Decke kann das aber Sinn machen, wenn ansonsten zu befürchten ist, dass Leute im Lichtkegel stehen und Schatten aufs Bild werfen. Wenn die Bildunterkante bei 1 m Höhe ist, dann müssten die Leute mindestens die halbe Projektordistanz vom Bild wegbleiben, um keine Schatten zu werfen.

    Je nach Abstand zu den Besuchern kann das Lüftergeräusch noch eine Rolle spielen. Dafür, und für die meisten o.g. Punkte, kann es sinnvoll sein, sich ein in Frage kommendes bzw. ähnliches Gerät auszuleihen oder für einen Tag zu mieten, um alles vor Ort testen und erleben zu können, und ggf. seine Anforderungen nochmal zu überdenken.

    Bzgl. Lichtquelle schreibe ich gleich noch einen separaten Thread hier im Forum. Für Neugeräte ist sonnenklar, dass Beamer mit (UHP-)Lampe nicht mehr in Frage kommen, da es früher oder später keine Ersatzlampen mehr gibt. Also LED- oder Laser-Lichtquelle. Die sollten auch deutlich langlebiger sein als die herkömmlichen Lampen.

    Als Auflösung wird fast immer FullHD bzw. 1200×1920 ausreichen. Nur bei Riesenprojektionen mit hohem Kontrast wird man mehr haben wollen, außerdem kosten 4K-Beamer mehr, insb. solche mit “echtem”, nativem 4K. HDR ist für unsere Anwendung irrelevant, wir können in der Praxis oft über einen 10:1 Kontrast schon froh sein, da macht ein theoretischer Kontrast von 1:10k oder mehr überhaupt keinen Sinn. Eher im Gegenteil: Wenn durch HDR große Teile eines Fotos/Videos im Grau des Umgebungslichts versumpfen, hat man ein Problem, und wünscht sich vielmehr einen komprimierten statt einen erweiterten Kontrast. Daher ist es auch wichtig, Präsentationen und Videos vorab im Saal zu testen, damit man sich nicht wundert, dass plötzlich schwer erkennbar ist, was vorher auf dem PC-Monitor noch so schick aussah.

    Konnektivität: HDMI ist natürlich Standard, und mit (ggf. im Kabel schon eingebauten) Verstärkern sind auch 15m möglich, noch größere Längen wird man mit einem Glasfaser- oder Netzwerk-Konverter überbrücken. Für kleinere Veranstaltungen ist bei uns außerdem das WLAN-Screen-Sharing (hat viele Namen, u.a. Miracast) der Hit: Der Vortragende kann seinen Android- oder Windows-Bildschirm kinderleicht auf den Beamer bringen, was auch spontan und ohne Beamer-Techniker bzw. -PC klappt. Für Präsentationen usw. geht das wunderbar, aber für gute und flüssige Videos dann doch besser HDMI.

    Eine extra Leinwand ist oft kaum besser als eine saubere mattweiße Wand: Ob der Weißton zu 100% stimmt und die Oberfläche perfekt plan und völlig strukturfrei ist, spielt in vielen Fällen mit Tageslicht und primär Textprojektion keine so große Rolle. Spezialleinwände können das Licht etwas mittig bündeln, was bei einem ungefähr quadratischen Raum aber keinen Sinn macht. Oder sie sind grau gefärbt, was zwar den Schwarzwert verbessert, aber auch die Spitzenhelligkeit entspr. reduziert, der Kontrast ändert sich nicht wirklich, wenn überhaupt.

    Du siehst, ein komplexes Thema, und die Auswahl des richtigen Beamers hängt natürlich vom Budget, aber halt auch ganz stark von Euren Anforderungen und der räumlichen Situation ab. Daher muss man sich da durchaus reinknien und auch Tests machen, oder halt eine Fachfirma bezahlen. Als Bezugsquellen findet man einschlägige Online-Shops, oder die regionalen Fachbetriebe mit Beratung und Service, und auch einige christliche Händler/Systemhäuser, die die spezifische Situation in Gemeinden meist noch etwas besser kennen. Gelegentlich lohnt es auch, auf Kleinanzeigen oder auf Gebrauchte-Veranstaltungstechnik.de zu schauen, ob es ein geeignetes Modell günstiger gibt – erfordert natürlich einen gründlichen Test des Gerätes. LED/Laser-Geräte müssten etwas robuster sein als Lampengeräte, und daher auch gebraucht noch i.O. sein.

    Viele Grüße!

    • nils

      Mitglied
      6. September 2024 um 10:09

      Wow, vielen lieben dank für die ausführliche Antwort, damit hast du uns schonmal mega weitergeholfen 💪🙌

      • medientechniker

        Mitglied
        6. September 2024 um 15:55

        Gerne. Bei Fragen melde Dich gerne, ich hab ja erstmal ins Blaue geschrieben 😉

        Ein Nachtrag: Wir haben unsere Beamer für das besagte WLAN-Screen-Sharing ausgerüstet mit Hilfe dieses Adapters:

        Microsoft Wireless Display Adapter – Microsoft Store

        Der ist einfach zu nutzen, bietet gute Bildqualität, und man kann ein eigenes Startbild z.B. mit Gemeindelogo einrichten (das allerdings teils von Text überlagert wird). USB-Strom wird benötigt. Er ist nicht mehr überall zu bekommen, Alternativen habe ich aber noch nicht getestet. Noch besser ist es natürlich, wenn die Funktion schon im Beamer eingebaut ist.

  • medientechniker

    Mitglied
    9. Oktober 2024 um 22:12

    Anbei noch ein paar Fotos, damit man einen Eindruck von Helligkeit und Bildgröße bekommt (ergänzend zu meinen vorherigen Beiträgen). Das Bild ist ca. 3,5m breit, die Decke ca. 6m hoch (minus Podest).

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