E-Gitarren Effektgeräte

  • E-Gitarren Effektgeräte

    Veröffentlicht von Josiah auf 25. Juni 2024 um 13:56

    Hi!

    Kennst sich jemand von euch gut mit E-Gitarren Effektgeräten aus und könnte mir ein paar Tipps geben, welche Effektgeräte sich gut für den Einstieg eignen, aber auch gut Klingen?

    Josiah beantwortet vor 2 Wochen, 2 Tage 3 Mitglieder · 7 Antworten
  • 7 Antworten
  • Churchi

    Mitglied
    25. Juni 2024 um 14:19
    3470

    Wow das ist eine sehr umfangreiche Frage 😉

    Vielleicht fangen wir mal damit an: Was hast du aktuell an Equipment? Spielst du über einen Verstärker, wenn Ja welchen?
    Hast du bereits irgendwelche Effekte?
    Willst du lieber kleinweise Effekte integrieren (und verstehen lernen) oder willst du ein Multieffektgerät, dass alles abdeckt?
    Wie viel Erfahrung hast du bereits mit Einstellen der Parameter von diversen Effekten?

    Naja und dann stellt sich natürlich immer die Frage: Wie viel ist Budgetmäßig drinnen? Bei dem Thema kann man mit 20€ beginnen und bei 20.000€ noch lange nicht am Ende sein 🙂

    Bitte keine Angst haben, nur weils ein großets Thema ist. Es ist halt einfach so umfangreich, dass man da nicht mit “Kauf die das Gerät für wenig Geld” antworten kann. Es ist ein Thema, dass dich als E-Gitarrist immer weiter beschäftigen kann und wird. Neben dem reinen Gitarre spielen lernt man acuh hier nie aus.

    • Diese Antwort wurde vor 3 Wochen, 5 Tage von  Churchi geändert.
    • Josiah

      Mitglied
      26. Juni 2024 um 7:32
      1260

      Hi!

      Genau aus dem Grund, weil es ein so umfangreiches Thema ist, hab ich ja auch geschrieben😁. Allerdings bin ich gerade in der Schule😭. Ich kann dir später zurückschreiben und dir dann auch sagen was ich an Sachen schon habe

  • Churchi

    Mitglied
    26. Juni 2024 um 10:01
    3470

    Ich hilf dir gerne weiter, wenn ich kann.
    Ich spiele jetzt seit ca. 25 Jahren E-Gitarre in Lobpreisbands und hab schon einiges Durch was Effekte etc. betrifft. Auch wenn ich mich bei Weitem nciht als Guru bezeichnen würde 😉

    Mal schauen was du bisher so hast und darauf bauen wir dann auf denke ich.

    Hast du bisher sonst irgendeine Erfahrung mit Effekten (z.B. durch Recorden etc.) oder noch gar nix? – Ich frag, weil es wenig bringt, wenn du noch keine Erfahrung hast gleich in Richtung von komplexen Multieffektlösungen zu gehen, die dich seitens der unzähligen Parametermöglichkeiten dann überfordern würden.

  • Josiah

    Mitglied
    26. Juni 2024 um 14:34
    1260

    Hi!

    Also… Momentan habe ich eine E-Gitarre von Pacifica, sie ist allerdings schon alt, mit der hat mein Vater schon gespielt. Ich habe auch einen Marshall Verstärker. Das genaue Modell ist MG Series 15 CDR. Vor einem halben Jahr habe ich mir für einen Monat ein Effektgerät namens Boss Me-90 ausgeliehen, weil ich auf einer Freizeit in der Band gespielt habe, ich hab also schon bisschen Erfahrung.

    Ich hätte lieber ein Multieffektgerät, weil das einfach leichter zu transportieren ist und auch, glaube ich zumindest, einfacher zu bedienen ist. Außerdem spiele ich schon in 3 Monaten in einer Adonia Liveband falls du das kennst und bräuchte deswegen so schnell wie möglich alle Effekte gleichzeitig und hätte keine Zeit dafür mir jeden Effekt einzeln anzuschaffen.

    Meine Preisvorstellung liegt so ungefähr bei 1000 Euro, ist aber nicht schlimm wenn es bisschen teurer wird. Ich verdiene noch kein eigenes Geld deswegen geht das alles über meinen Vater.

    Vielen Dank schonmal😀

    • roman

      Mitglied
      27. Juni 2024 um 15:34
      340

      Hi,

      das klingt für mich nach einem Helix oder Kemper. Bei beiden kannst du auch presets von verschiedenen Anbietern (Bethel, Elevation, toneMonkeys) kaufen und teilweise kostenlos bekommen.

      • Diese Antwort wurde vor 3 Wochen, 3 Tage von  roman geändert.
  • Churchi

    Mitglied
    28. Juni 2024 um 10:24
    3470

    Hi!
    Also grundsätzlich hast du bereits einen Verstärker der Overdrive und Reverb integriert hat. Mit den Einstellungen davn wirst du eh schon ein bisschen rumgespielt haben und bereits gemerkt haben was die einzelnen Regler tun wenn man sie mehr oder weniger aufdreht. – Das ist schonmal ein guter Anfang. Klar kannst du jetzt nicht deinen Verstärker soundmäßig vergleichen mit dem gesamtequipment von den bekannten Bands, die es so gibt 😉

    Grundsätzliche Möglichkeiten:

    1. Verstärker um einzelne Effekte erweitern.

    Dabei besorgst du einzelne Effektpedale und schließt sie vor deinen Verstärker, den du ja schon hast.
    + du kannst kleinweise erweitern und ggf. tauschen (=> geringe Kostensprünge)
    + du kannst erstmal Reverb und Overdrive vom Amp nutzen
    + du lernst mal zu verstehen was die einzelnen Effekte tun und wie man sie einstellt
    + klanglich flexibel: wenn dir ein Effekt nicht so taugt, dann tauscht du den einen aus
    + man ist sehr schnell, wenn man die Parameter ändern möchte
    – Mit der Zeit sammelt sich schon einiges an Material zusammen, das du schleppen/aufbauen musst
    – wenig kompakt und damit sicher störungsanfälliger
    – Einspeichern von fertig eingestellten Parametern und Abrufen mit einem fußtritt ist nur mit viel Aufwand (Midi) möglich
    – Amp muss mikrofoniert werden

    2. Multieffektgerät ohne Amp Simulation
    Ein Effektgerät, dass du vor deinen Amp schließt und dass dir viele Sounds bietet.
    + kompakte Einheit
    + du kannst deinen Amp behalten und weiter verwenden
    + schnell aufgebaut
    – nicht intuitiv: Man braucht Erfahrung darin solche Geräte einzustellen, durch die vielen Möglichkeiten
    – schnell mal eben den Effekt anders einstellen ist oft nicht so trivial und schon aufwändiger.
    – Wenn dir ein Effekt im Multieffektgerät nicht taugt kannst du ihn nicht tauschen.
    – Amp muss mikrofoniert werden

    3. Multieffektgerät mit Amp Simulation
    Ein Effektgerät, dass du anstelle deines Amps verwendest. Deinen Amp kannst du dann noch verwenden, um beim Spielen etwas zu hören, aber zum Einstellen der Effekte würde ich das nicht tun (Klang verfälscht)
    + keine Mikrofonierung notwendig (Ausgänge gehen direkt ins Mischpult)
    + kompaktes Gerät
    + schnell aufgebaut
    + fertige Komplettsounds downloadbar (Musst du trotzdem noch einstellen und justieren, also kein Plug and Play)
    – ohne Kopfhörer / extra Lautsprecher hörst du nichts
    – nicht intuitiv: Man braucht Erfahrung darin solche Geräte einzustellen, durch die vielen Möglichkeiten
    – schnell mal eben den Effekt anders einstellen ist oft nicht so trivial und schon aufwändiger.
    – Wenn dir ein Effekt im Multieffektgerät nicht taugt kannst du ihn nicht tauschen.

    persönliche Erfahrung:

    Als ich als Teenager angefangen habe, hatte ich (ähnlich wie du) auch einen kleinen Amp und eben eine E-Gitarre. Fürs Erste ja mal ganz gut, aber ich hab nie so einen richtig schönen Sound hinbekommen (klar, bei einem Einsteigeramp ohne Röhre etc.) Ein befreundeter Musiker hat mir dann zum Multieffektgerät geraten. Die Sounds die da als Presets drinnen sind (egal in welchem Gerät) kannst fast alle vergessen. Aber als Anfänger da selber vernünftige Sounds zu programmieren und erstellen dauert ewig und drei Tage. Vor Allem klingen Effekte an sich vielleicht mal sehr gut, aber im Bandgefüge dann wieder extrem schlecht (und umgekehrt). Die Proben waren also immer nur Frust. Man stellt die ganze Woche an dem Ding herum und programmiert sich zum Affen und in der Probe passt das alles nicht zusammen und klingt nicht stimmig. Da man noch keine Erfahrung hat mit einzelnen Parametern von Effekten is das auch nciht mal eben so schnell umgestellt, sodass es dann gut klingt. Also habe ich nach der Probe wieder Sounds programmiert bis zur nächsten. Ich hab dann etwas tiefer in die Tasche gegriffen und mir für die damalige Zeit ein wirklich gutes Multieffektgerät gekauft (vergleichbar mit Kemper / Helix heute). Ergebnis war nicht viel anders. Die Sounds waren zwar besser, aber ich hatte einfach zu wenig Verständnis darin was die einzelnn Parameter tun und was ich genau umstellen muss, um den Klang zu bekommen, den ich wollte. Es waren also wieder endlose Stunden an Einstellerei. Ein großes Problem war auch, dass die Sounds in den Geräen über den Kopfhörerausgang anders klingen, als über den XLR Ausgang am Gerät. und im Monitor (1x durch die PA) klingt es wieder anders. Jetzt habe ich aber zu Hause keine PA rum stehen, wie also soll ich Effekte programmieren? Es war also wieder viel Frust.
    Ergo: Ich hab das Multieffektgerät wieder verkauftund mir einen amtlichen Vollröhrenverstärkter mit 4x12er Cabinet gegönnt. Somit war mal alles was in Richtung Overdrive geht halbwegs sauber abgedeckt. Die wenigen Drehregler an den Geräten lernt man schnell zu bedienen und kann auch bei Proben etc. schnell den Sound so ändern wie man ihn braucht. Schnell hab cih aber gemerkt, dass mir Delay/Modulationseffekte/andere Overdrives etc. abgehen. Also hab ich mir dann Einzelpedale gekauft. Zuerst mal ein Delay mit Tapfunktion (damit man die Delayzeiten mit dem Fuß einstellen kann) und dnan halt weitere dazu. Jedes Gerät an sich, habe ich schnell verstanden und gewusst wo ich drehen muss wenn ich den Sound abändern will. Da habe ich erst verstehen gelernt was die einzelnen Parameter wirklich tun und wie man sie einsetzen muss. Und mit jedem weiteren Effektgerät steigt der Lerneffekt. So ein Problem ist aber noch geblieben: So ein 50W vollröhrenverstärker klingt halt nur gut, wenn man die Röhren “in Sättigung” bringt. Also aufdreht. Das wiederum ist beim Üben, im Proberaum oder auch in der Gemeinde immer zu laut gewesen. Dreht man wieder leiser, dann verliert man die Wärme und den Druck und beeinflusst somit wieder den Sound negativ. Ein Dilemma! Also hab ich verschiedene Geräte versucht, die man zwischen Amp und Cabinet gibt. aber die beeinflussen alle den Sound. Ein Silent Cabinet (12″ Speaker in einer geschlossenen Box) hat dann Abhilfe geschaffen. Drinnen mit 1-2 Micros abgenommen und schon hatman das Ding leise genug und kaum Soundeinbußen. Zum Glück hatte ich da schon meinen Führerschein, denn das ganze Equipment kannst ohne Auto nicht mehr mitnehmen 😉 Also hab ich (für kleinere Veranstaltungen oder Proben) einen Röhren Preamp und ein Amp Effektgerät mit CabSimulation besorgt. (Bin auch drauf gekommen, was für einen Unterschied es macht in welcher Reihe die Effektgeräte angeschlossen sind 😉 Daher den Röhren Preamp um quasi einen FX Weg eines Amps zu haben)
    So und nach etlichen Änderungen an den einzelnen Effektgeräten und weiterem Tüfteln an meiner gesamten Amp Simulation habe ich jetzt ein Setup mit 3 simulierten Amps mit CabSim und fahre ein sogenannten Wet-Dry-Wet Setup mit einigen Effektpedalen davor, bzw. im FX Loop.

    Fazit:

    Langer Rede kurzer Sinn: Ich würde dir empfehlen, dass du einfach mal beginnst dir ein Delay Pedal mit Tap Funktion zu kaufen und das mal vor den Amp hängst. Overdrive und Reverb hast du eh schon integriert. Wenn du mit dem TapDelay gut zurecht kommst, dann besorg dir ein zusätzliches Overdrive Pedal und ein Reverb Pedal. Mit den dreien vor deinem Amp kannst du schonmal viel machen. Als nächsten Schritt würde ich den Amp weggeben und stattdessen eine Ampsimulation besorgen und mit deinen Effekten in diese hinein spielen. Und dann probier einfach immmer wieder mal verschiedene Effektpedale aus und vielleicht tauscht du das was du hast gegen ein neues (besseres). Wenn du damit Erfahrung gesammelt hast, dann kannst du immer noch auf ein Multieffektpedal mit Amp Simulation gehen. Aber glaub nicht, dass das die eierlegende Wollmilchsau ist. Selbst die großen Namen der Lobpreisszene speilen mit Kemper und oder Helix und dann noch einer Menge Effektpedalen dazu. Daher ist auch ein “Preset von David Hislop” sicher ganz nett, aber er spielt andere Gitarren als du und benutzt etliche weitere Effekte. Sein Picking ist sicher auch anders als deines und all das macht gemeinsam den Ton der dann raus kommt. So ein Preset ist also nichts anderes als eine erste Grundidee auf der man dann weiter aufbauen muss, aber dafür braucht man Erfahrung und die sammelst du mMn am Besten über einzelne Effektpedale.
    Glaub also nicht, dass du in 3 Monaten ein Setting zusammen haben wirst mit dem du klingst die die großen in der Lobpreisszene. Da ist egal wie viel Geld du investierst. Genauso wie man Gitarre spielen lernen muss, muss man auch Paramter Einstellen an den Effektgeräten lernen. Im modernen Lobpreis braucht man das sogar fast noch mehr als das Spielen (Spieltechnik) selbst.

    • Josiah

      Mitglied
      6. Juli 2024 um 12:42
      1260

      Vielen Dank für die Antwort!

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